Über die unstillbare Gier – Tanz der Vampire in Berlin

Liebe Leser,

mehr als 13 Jahre ist es bereits her, seit ich den Vampiren in Transsilvanien einen Besuch abgestattet habe. Irgendwie waren sie danach immer zu weit weg für mich. Umso mehr habe ich mich also gefreut, als mich ein Besuch nach Berlin und somit wieder direkt in das Schloss des Grafen von Krolock führte. Es ist so unfassbar viel Zeit vergangen und auch wenn ich zwar wusste, dass es Änderungen gab, habe ich nach wie vor die alte Fassung im Schrank stehen gehabt. Die Vampire in Berlin habe ich also ganz bewusst gesehen, als wäre es das erste Mal. Ich habe versucht, nicht mit meinen vagen Erinnerungen Vergleiche zu ziehen, sondern das Stück ganz neu erlebt.

Das Theater des Westens ist charmant und trotzdem prunkvoll. Unsere Plätze lagen im Hochparkett, Reihe 4 Plätze 1 und 1 (rechts und links). Somit hatte ich den perfekten Blick auf das Bühnenbild aus der Schmiede von William Dudley. Wir saßen weit genug weg, um alles erfassen zu können, aber noch immer dicht genug am Geschehen, um die Mimik der Darsteller erfassen zu können.

Das Musical TANZ DER VAMPIRE ist ab Ende April 2016 wieder im Berliner Stage Theater des Westens zu sehen,  vom 24. April 2016 bis 25. September 2016. Infos und Karten auf musicals.de Auf dem Foto: Mark Seibert als Graf von Krolock

Gott ist tot! Mark Seibert als Graf von Krolock. Quelle: Stage Entertainment

Für den ersten (leider negativen) Gänsehaut-Moment sorgte Mark Seibert in meinem Lieblingsstück „Gott ist tot“. Ich habe mich sehr auf das Stück gefreut, doch Mark hat es als Tenor natürlich recht hoch anlegen müssen. Das funktionierte in den melodischen Tiefen noch recht gut, je kräftiger er jedoch wurde, desto weniger hat es in meinen Ohren funktioniert. Tatsächlich war ich mir während des gesamten ersten Aktes nicht sicher, ob ich nicht eine Zweitbesetzung oder einen Swing erwischt habe. Während Herr Seibert den gesamten ersten Akt benötigte, um zu sich selbst zu finden, war ich quasi von Minute 1 an fasziniert von Tom van der Ven, der den Alfred singt. Er feiert mit dieser Rolle sein „professionelles“ Musical-Debüt und macht seine Sache ausgesprochen gut. Nicht zuletzt, weil der Niederländische Akzent nicht mehr sonderlich ausgeprägt ist und nur noch ab und zu ein charmantes i-Tüpfelchen bildet. Sehr gefühlvoll ist seine Interpretation von „Nie Geseh’n“, während man ihm auch den unsicheren Jungen in „Du bist wirklich sehr nett“ ebenfalls vollkommen abnimmt. Herrlich zu sehen!

Nur die Fakten interessieren Voctor Petersen als Professor Abronsius. Quelle: Stage Entertainment

Nur die Fakten interessieren Voctor Petersen als Professor Abronsius.
Quelle: Stage Entertainment

Herrlich war aber auch Victor Petersen. Es ist schwer vorstellbar, dass dieser junge Blondschopf allabendlich zu einem wirren, alten Kauz wird. Die Rolle hat er allerdings vollkommen ausfüllen können. In „Wahrheit“ hat der er sich beinahe selbst überholt und dennoch klar verständlich gesprochen, ehe sein hoher Abschluss um ein Haar das Glas im Saal zerspringen ließ. Es hat sehr viel Spaß gemacht, ihm zu lauschen. Marina Maniglio hat mich als Sarah leider weniger überzeugt. Nicht unbedingt, weil sie weniger gut gesungen hat, vielmehr, weil ihre Stimme in meinen Ohren nicht mit van der Ven und noch weniger mit Mark Seibert harmoniert hat. Das war schade, denn Solo in der Sequenz der roten Stiefel war sie stark.

Vor dem Schloss findet Mark Seibert endlich zu seiner Stimme. Quelle: Stage Entertainment

Vor dem Schloss findet Mark Seibert endlich zu seiner Stimme.
Quelle: Stage Entertainment

Gegen Ende des ersten Aktes hat dann auch der „Star des Abends“ einigermaßen zu sich selbst gefunden und mir mit seiner Perofmance „Vor dem Schloss“ noch ein kleines Highlight vor der Pause beschert. Das hielt leider nicht lange an, denn wie oben bereits angesprochen, haben er und Marina nicht harmoniert, was den Genuss bei „Totale Finsternis“ ein wenig gemindert hat. Eine kleine Offenbarung stellte im zweiten Akt allerdings Milan van Waardenburg dar. Mit Herbert singt er meinen heimlichen Lieblingscharakter und hat mich nicht enttäuscht. Die Sprechstimme ist relativ hoch, doch im Gesang voll und klar. Keine Ahnung, wo der Niederländer sein Stimmvoloumen und vor allem den Tonumfang hernimmt. Faszinierend!

Tom van der Ven singt sich die Seele aus dem Leib "Für Sarah". Quelle: Stage Entertainment

Tom van der Ven singt sich die Seele aus dem Leib „Für Sarah“.
Quelle: Stage Entertainment

Und dann, der Schock! Nach einem herzzerreißenden „Für Sarah“, bei dem vermutlich jedes junge Mädchen im Saal zerflossen ist, räumt Koukol (Paolo Bianca) das Frühstück ab und der Vorhang sänkt sich. Eine Frauenstimme tönt aus den Lautsprechern und verkündet „Wegen einer technischen Störung muss die Show kurzzeitig unterbrochen werden“. Na wunderbar. Da wartet man über zehn Jahre und dann so etwas? Ich bin eine kleine Pessimistin und so dachte ich natürlich direkt an die Vorkommen bei „Das Wunder von Bern“, bei dem erst kürzlich eine ganze Show wegen technischer Probleme nicht gespielt werden konnte. Ganze 30 Minuten saßen wir im Saal und haben auf eine Nachricht gewartet. Dann kam die Dame, zu der die Frauenstimme gehörte auf die Bühne und verkündete zerknirscht, dass die Haustechnik das Problem im Augenblick nicht lösen könne, man aber mit Technikfirmen im Kontakt stehe und sich um eine Lösung bemühe. Um die Wartezeit zu überbrücken wurden wir auf Prosecco und alkoholfreie Getränke eingeladen, doch meine Befürchtungen wuchsen. Weitere 15 Minuten später dann endlich der Gong. Alle wieder rein in den Saal. Die Brücken, die man brauche um die Sequenz „In der Gruft“ zu spielen, würden nicht funktionieren und es gäbe nun eine gute und eine schlechte Nachricht. Die Gute: Man würde die Show auf jeden Fall zu Ende spielen. Die Schlechte: die bekannte Szene in der Gruft müsse entfallen. Victor Petersen und Tom van der Ven erläuterten kurz, was in besagter Szene geschehen sollte und Petersen schloss sehr passend mit den Worten „Nun, das heute… also, das war… Das war eine Blamage!“. Die Lacher waren auf seiner Seite und mit „Bücher“ funktionierte auch die Technik wieder einwandfrei.

Auch wenn die Vampire nur für wenige Monate in Berlin bleiben, ehe sie wie ein abgetragenes Kleidungsstück an die kleine Schwester München weitergereicht werden, empfand ich es als durchaus sehenswert. Die Darsteller haben mit viel liebe zu ihren Rollen gesungen und auch gespielt. Mit der Besetzung eines Tenors in der Rolle des Grafen hat sich die Stage allerdings keinen Gefallen getan. Mich würde interessieren ob der Bariton Jan Ammann es besser macht. Wer weiß, vielleicht gönne ich mir einen weiteren Besuch im Juli.

Viele Grüße,
Auri der Theatergeist

Das Musical TANZ DER VAMPIRE ist ab Ende April 2016 wieder im Berliner Stage Theater des Westens zu sehen,  vom 24. April 2016 bis 25. September 2016. Infos und Karten auf musicals.de Auf dem Foto: Mark Seibert als Graf von Krolock und Veronica Appeddu als Sarah. Quelle: Stage Entertainment

Das Musical TANZ DER VAMPIRE ist ab Ende April 2016 wieder im Berliner Stage Theater des Westens zu sehen, vom 24. April 2016 bis 25. September 2016. Infos und Karten auf musicals.de
Auf dem Foto: Mark Seibert als Graf von Krolock und Veronica Appeddu als Sarah.
Quelle: Stage Entertainment

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One View More – Les Misérables am Broadway

Liebe Leser,

11892056_936450443080167_8917683374839914167_nNew York tut mir nicht gut. Versteht mich nicht falsch, ich liebe diese Stadt. Ja, es ist stressig hier und ja, die schlendernden, ständig stehen bleibenden Touristen gehen mir unfassbar auf die Nerven. Aber Dafür entschädigt so vieles anderes. Ich liebe es, im Central Park zu sitzen und mir einfach nur die Sonne auf den Pelz brennen zu lassen. Und es gibt ja wohl nichts schöneres, als sich am Pier der Staten Island Ferry eine freie Bank zu suchen und die vorbeiziehenden Menschen auf sich wirken zu lassen. Abends feiern im Meatpacking District. Gosh, diese Stadt ist vielseitiger als das Repertoire eines verzweifelten Understudies. Ihr wisst, was ich meine. Und doch… Die Stadt tut mir nicht gut. Denn es gibt sie, den einen Strip. Die dunkle Versuchung. Den Tod für mich und meine Geldbörse. Oh ja, ihr wisst wovon ich spreche: Broadway. Ein einfaches kleines Wort und doch so viel Drama, so viel Geschichte, so viel Talent! Und so, so wenig Zeit. Es ist Samstagabend, die Sonne ist bereits untergegangen und die ewig strahlenden Lichter des Times Square haben mich vollkommen in ihren Bann gezogen. Wo soll ich zuerst hinsehen? Hier ruft eine Werbebotschaft, sie würde die erfolgreichste Show des Jahres anpreisen, dort wird von der meist diskutiertesten Neuheit gesprochen und überall flimmern die Helden meines Abendprogramms über die mehr als Lebensgroßen Bildschirme. Ein fancy Plakat hier, eine Dame mit Flyern dort. BRAIN OVERLOAD! Hilfe! Halt, stopp! Eigentlich weiß ich, was ich sehen möchte. In der 45sten Straße, dort liegt es. Nicht gerade bescheiden fügt sich Finding Neverland zwischen Hamilton und der Stagedoor von Les Misérables ein. Eine lange Schlange von Fans wartet bereits vor der Tür, in der Hoffnung Matthew Morrison ein Autogramm und ein Foto abzuluchsen. Ja, morgen Abend werde auch ich dort stehen und ein hübsches Foto für den Blog schießen. Zumindest dachte ich das. Ich drehe mich um, sehe aus dem Augenwinkel jemanden aus einem dunklen Auto steigen. Warte.. War das nicht? Ich wechsle die Straßenseite und erhasche einen besseren Blick. Jap. Ganz eindeutig. Mr. Ramin „oh my God this voice“ Karimloo huscht beinahe unbemerkt an den wartenden Leuten vorbei ins Imperial Theater. Das hatte ich vergessen. Also, natürlich war mir nicht entgangen, dass my second favorite Valjean irgendwann in letzter Zeit am Broadway herum turnte, aber ich hatte vollkommen aus den Augen verloren, dass er nach wie vor in Les Misérables singt. So viel zu meinen Finding Neverland Plänen. Mist. Einmal konsequent bleiben. Am nächsten Morgen stand ich also hin- und her gerissen im Box Office. Und ja, die Entscheidung ist auf das große Stück über wahnsinnig viel Elend gefallen. Wieder einmal.

11826076_839940016121076_8976387157490925067_nIch habe aufgehört zu zählen, wie oft ich Les Misérables bereits gesehen habe. Aber ich kann euch versichern, dass ich jedes einzelne Mal mitgefiebert, gelitten, gelacht und verdammt viel geweint habe. Auch dieses Mal war es nicht anders. Das beeindruckende Bühnendesign von Matt Kinley überzeugte von der ersten Sekunde an mit viel Liebe zum Detail, ohne überladen zu sein. Dunkel, bedrohlich und beengend, vom ersten bis zur letzten Augenblick. Selbst Thénardier’s Wirtshaus wirkte trotz der fröhlich makaberen Musik einfach nur bedrückend. Gut so! Die Kostüme von Andreane Neofitou und Christine Rowland kamen ohne viel Kitsch und ohne viel Schnickschnack aus. Sie orientierten sich an früheren Versionen, nicht jedoch ohne einen Teil kreativer Eigenleistung zu bringen. Ausgesprochen erfrischend.

11817280_839940076121070_5624319225385307230_nErfrischend war auch die Cast. Les Misérables bereitet ein Feuerwekr an Broadway Debüts, First-Timers und Co. Mein großes Kompliment geht an Erika Henningsen, die als Fantine ihr Broadway Debüt gibt. Bisher war sie ein eher unbeschriebenes Blatt. Mit der abgelieferten Leistung sollte das allerdings nicht mehr lange so bleiben. Sauber, auf den Punkt und ausgesprochen Emotional begeisterte sie mich sehr. Gleiches galt für Kyle Jean-Baptiste, der als Constable und später als Courfeyrac zwar nur recht kleine Auftritte hatte, aber eine ganz wunderbare Bühnenpräsenz sein eigen nennen kann. Ein wenig Recherche ergab, dass er sich sein Casting als erster afroamerikanischer Valjean mehr als verdient hat. Apropos verdient. Ein weiteres Lob hat sich Mr. Joseph Spieldenner verdient. Es dürfte kein Geheimnis sein, dass Hadley Fraser mein all time favorite Grantaire EVER ist. Aber Joseph kam mit seiner Performance sehr, sehr nah an mein Ideal heran. Er spielt ihn weniger als Trunkenbold, sondern viel mehr als den Charakter, der er im Buch ist. Ein junger Mann, der an seinem Leben hängt und die Revolution mehr als nur einmal in Frage stellt. Herrlich anzusehen! Ich musste sehr schmunzeln, als er mich im Nachgang in einem kurzen Gespräch fragte, wie um alles in der Welt ich seinen Charakter mögen könne, da Grantaire doch eigentlich eher ein Idiot und Mistkerl ist. Well, so hat jeder seine ganz eigene Sichtweise.

Kommen wir also zu den Hauptrollen. Enttäuscht war ich von Chris McCarrell. Ich gebe zu, dass er es ohnehin schwer hatte. Ich mag Marius einfach nicht. Hinzu kommt, dass er stimmlich wie optisch eine ungewöhnlich starke Ähnlichkeit mit Nick Jonas, den ich neben Eddie Redmayne die größte Katastrophe fand. Irgendwie brüchig, irgendwie hm. Gleiches gilt für Brennyn Lark, die mich als Eponine leider mehr als nur enttäuscht hat. Nicht nur, dass sie On My Own versiebt hat, auch ihr Spiel in A Little Fall of Rain war leider nicht gut. Ja, sie darf glücklich darüber sein, endlich in den Armen ihres Marius zu liegen. Aber dümmliches Dauergrinsen in einer emotionalen Sterbeszene? Hm. Ich weiß ja nicht… Dafür war Cosette großartig. Samantha Hill hat ihre Sache wirklich gut gemacht. Glockenklar und sauber performte sie ihre Songs. Dazu hatte sie ein leichtes, beinahe elfenhaftes Spiel, das ihrer Cosette etwas Entrücktes gab. Sehr schön.

11873472_839939869454424_4363449634593337122_nJa, ich weiß worauf ihr wartet. Zuerst muss aber noch Earl Carpenter erwähnt werden. Ich liebe diesen Kerl einfach. Sein Javert ist wundervoll getrieben, beinahe gehetzt und dennoch ausgesprochen akkurat und korrekt. Er hat eine tolle Haltung und füllt die Uniform mit so viel Stolz und Gesetzestreue, dass einem eine Gänsehaut überkommt. Nicht nur Stars hatte eine Intensivität, die man beinahe greifen konnte. Earl’s Soliloquy hat mir die Tränen in die Augen getrieben (nicht das erste Mal im Verlauf des Stückes, aber für mich vollkommen unerwartet). Ja, ja, ja. Genau SO sollte ein Javert klingen.

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Stimmlich harmoniert er übrigens auch ausgesprochen gut mit Ramin Karimloo, was vor allem die Konfrontation angenehm zu hören gestaltete. Somit wären wir dann auch schon bei meinem persönlichen Highlight. Ramin scheidet vermutlich die Geister. Er hat eine ganz eigene Art zu singen und zu spielen. In meinen Augen macht er das jedoch wunderbar. Seine Stimme überschlug sich hier und da, wenn er besonders in Rage gespielt war, aber das macht ihn irgendwie auch nur menschlicher. Er hat sehr viel Ausdruck und selbst das von mir so gehasste Bring Him Home hätte ich an diesem Abend gern ein weiteres Mal gehört. Seine Bühnenpräsenz ist einerseits sehr einnehmend, doch weiß er sich auch gut zurückzunehmen, wenn ein Detail im Vordergrund steht. Herrlich!

Der gelungene Abend wurde von der Tatsache gekrönt, dass ich nach dem Verlassen des Imperial Theaters irgendwie direkt neben der Stage Door stand und Cast-Pokemon gespielt habe. You gotta catch them all. Während einige der Herrschaften sich ziemlich zügig aus dem Staub gemacht haben, nahm sich der ein oder andere Zeit für ein kurzes Gespräch und das ein oder andere Foto. Besser konnte der Abend also nicht enden.

In ein paar Wochen bin ich vermutlich wieder in New York. Vielleicht schaffe ich es dann endlich, Finding Neverland zu sehen. Allerdings übernimmt Alfie Boe zum 1. September 2015 die Rolle des Valjeans. Ihr könnt euch denken, dass ich wieder in einer Zwickmühle stecken werde…

Viele Grüße,
Auri der Theatergeist

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The importance of being Auri

Liebe Leser,

img081ich freue mich, dass ihr diese Zeilen lest. Sofern der ein oder andere denn noch regelmäßig hier rein schaut. Etwa ein halbes Jahr ist es nun her, dass ich das letzte Mal einen Beitrag geschrieben habe. Und auch damals habe ich bereits angekündigt, dass es ruhiger um meinen Blog wird. Das hatte damals ganz einfach den Grund, dass ich beruflich sehr gefordert war und einfach wenig bis gar keine Chance hatte ins Theater zu gehen. Irgendwann hat sich die berufliche Situation dann zwar verbessert, aber da hatte sich meine lange (ebenfalls aus zeitlichen Gründen) unterdrückte zweite Leidenschaft wieder in mein Leben geschlichen: die Fotografie. Theater musste leider hintenan stehen.

 

Zwischendurch wollte ich aber auch einfach mal nur Auri sein. Die Seele baumeln lassen und nichts tun. Abschalten. Das muss halt auch mal sein, denn auch wenn das alles hier wahnsinnig viel Spaß macht… Es kostet einfach auch wahnsinnig viel Energie. So langsam habe ich gelernt, alles unter einen Hut zu bekommen. Ich habe ein paar tolle Berichte für euch vorbereitet, auch wenn die eigentliche Besuche der Stücke schon eine ganze Weile zurück liegen. Im Laufe der Woche werde ich diese einstellen und auf die korrekten Daten zurückdatieren. Dazu habe ich den ein oder anderen Bericht geplant, der sich im weitesten Sinne mit Theater befasst. Ihr dürft gespannt sein und ich freue mich wahnsinnig auf die kommende Zeit!

Viele Grüße,
Auri der Theatergeist

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Behind the Scenes at the Royal National Theatre London

Liebe Leser,

meine Affinität zu Britischem Theater kennt bekanntlich nur wenig (ich möchte sagen gar keine) Grenzen. Das ganze geht so weit, dass ich bei meinem letzten Besuch in London – ihr erinnert euch, sechs Nächte, fünf Shows – einen kleinen Traum in Erfüllung gehen lies und hinter die Kulissen des National Theatre blickte. Die Führungen finden täglich statt und sind für jedermann zugänglich. Mit £9 pro Ticket ist es ein wundervoll erschwinglicher Spaß.

Meine zauberhafte Begleitung und ich reihten uns bei einer Gruppe Schüler ein. Den Altersdurchschnitt haben wir ganz schön angehoben. Oha. Wir durften uns in wundervoll pinke Sicherheitswesten werfen, damit man uns auch auf 100m Entfernung vom normalen Personal unterscheiden kann. Schade, ich hätte mich gerne das ein oder andere Mal von der Gruppe abgesetzt und das Theater auf eigene Faust zu erkunden. Noch verlockender wurde dieser Gedanke, als unser überaus niedlicher Guide sagte, wir müssen alle zusammen bleiben, sonst kämen wir vielleicht nicht mehr raus. Gar kein schlechter Gedanke, nicht wahr? Ich weiß ja nicht, wie es bei euch aussieht, aber für mich wäre eine Nacht eingeschlossen im National Theatre so, wie für viele Kinder eine Nacht in einem Spielzeugladen wäre.

Die Tour begann im größten der vier Theater, die das National Theatre beherbergt. Liebevoll einfach nur „Olli“ genannt, bietet das Olivier Theatre Platz für 1.160 Besucher. Wart ihr schon einmal dort? Ist euch aufgefallen, dass die Bestuhlung in einem schönen, dunklen Lila gehalten ist? Keine Ahnung, normalerweise habe ich Theaterbestuhlung immer in diesem schönen, samtigen Rot im Kopf. Tja, das Olli ist anders. Und die Begründung so banal wie großartig zugleich. Denn Lila war die Lieblingsfarbe des Namensgebers des Theaters. Eine charmante Art, Laurence Olivier zusätzlich Respekt zu zollen, findet ihr nicht? Oh, ich habe so viele interessante Dinge gelernt. Zum Beispiel, dass der Grund für die Rundung der Bühne nicht etwa der besseren Sicht des Publikums dient, sondern der des Schauspielers. Das menschliche Gesichtsfeld beträgt ca. 180 Grad. Wenn der Schauspieler also in der Mitte der Bühne des Ollis steht, hat er das gesamte Publikum im Blick. Cool, oder?

Weiter ging die Tour unter das Theater. Dort ist die beeindruckende „Drum Revolve“ untergebracht. Diese 8m hohe, dreh- und unterschiedlich bewegliche Trommel wird von nur einem Mitarbeiter gesteuert. Verrückt. Sie hat zwei Plattformen, die jeweils ca. 10 Tonnen an Bühnenbild, Requisiten und Co. Tragen können. Während wir dort zu Besuch waren, hat die Drum Revolve das atemberaubende Bühnenbild für „Treasure Island“ getragen. Leider war es nicht möglich ins Innere zu sehen. Das Bühnenbild sah ich allerdings am nächsten Tag ohnehin während der Vorstellung. Doch dazu im Nächsten Beitrag mehr.

Hier um die Ecke, dort entlang. HALT, STOPP! Nicht durch den Torbogen dort, der ist verflucht. Während der ein oder andere Schüler verhalten kicherte, starrten der Tourguide und ich mit gerunzelter Stirn auf das Stückchen Luft zwischen den Toren. Wir sind einfach so unglaublich abergläubisch. Auf der anderen Seite des Durchgangs wartete das Dorfman Theatre auf uns. Es ist wesentlich kleiner als das Olli und fast nur etwa 400 Personen. Bis Ende 2014 war es noch unter dem Namen Cottesloe bekannt. Im September wurde es unter neuem Namen wiedereröffnet. Im Dorfman wurde eines meiner Lieblingsstücke präsentiert „The curious Incident of the Dog in the Nighttime“, mit Luke Treadaway in großartiger Hauptrolle. Die Bestuhlung ist mit Namen versehen. Mit den Namen der edlen Förderer, die den Umbau des Theaters ermöglicht haben. Es finden sich auch viele bekannte Namen dort, unter anderem die der Eltern von Helena Bonham Carter. Oh ja.

Wir vertrödelten anschließend einiges an Zeit damit, Requisiten zu benutzen. Lustige Vögel, gruselige Affen und halbe Gehirne. Aus wirklich ungewöhnlichen Materialien. Hier konnte man wieder einmal sehen, wie gut die Arbeit der Menschen auf und hinter der Bühne ist. Denn einige der Sachen habe ich ein paar Tage später wirklich im Einsatz erlebt. Und wenn ich ehrlich bin, habe ich nicht gesehen, dass es sich um Schaumgummiteile gehandelt hat. Sehr, sehr cool.

Leider hat der Zwischenstopp bei den Requisiten so viel Zeit in Anspruch genommen, dass wir die anderen beiden Theater nicht mehr besuchen konnten. Aber das war überhaupt nicht schlimm, denn das Gesehene hat mich absolut nachhaltig beeindruckt. Ich kann euch diese Tour wirklich nur mehr als ans Herz legen. Wenn ihr das nächste Mal in London seid, gönnt sie euch. Einziges kleines Manko war, dass man keine Fotos machen durfte. Gern hätte ich diesen Bericht mit einigen coolen Bildern aufgepeppt. Tja, so müsst ihr euch mit meinem Geschwafel und Geschwärme zufrieden geben. Aber ich denke, das haltet ihr dieses eine Mal aus. Beim nächsten Bericht habe ich wieder ganz tolle Bühnenfotos für euch.

Viele Grüße,
Auri der Theatergeist

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Fantom Opery – Non Replica und Neuinszenierung des Andrew Lloyd Webber Stückes

Liebe Leser,

heute darf ich kleiner Glückspilz euch einen ganz besonderen Beitrag zeigen. Vor einiger Zeit bat ich Katharina, ihre vielen tollen Musicalreisen und Erlebnisse mit meinem Blog zu teilen. Nach einer kleinen Bedenkzeit, hat sie sich tatsächlich dafür entschieden, das ein oder andere Mal einen Gastbeitrag bei mir zu veröffentlichen. Hier ist nun der erste! Aufgrund technischer Probleme hat das alles nicht so funktioniert, wie wir uns das vorgestellt haben und somit Reblogge ich heute den Artikel für euch. Viel Spaß beim Lesen!

Viele Grüße,
Auri der Theatergeist

katharinaenglisch

Fantom Opery am 23.01./24.01.2015

Nachdem „Phantom der Oper“ die Geschichte bzw. ein sehr wichtiger Teil meines Lebens ist, muss ich immer wieder neue Versionen sehen. Ich kenne sehr vieles, Bücher inklusive dem Roman von Gaston Leroux, Filme, div. Bühnenversionen und Schauspielstücke. Als Oper würde ich es auch noch sehr spannend finden. Susan Kays Roman wurde in Japan schon auf die Bühne gebracht. Ich selbst durfte im Schauspielunterricht bereits Christine spielen und arbeite auch darauf hin, sie singen zu können. Am liebsten würde ich mit „Wishing you were somehow here again“ beginnen.

Irgendwann kam bei mir der Punkt wo mir Webbers Original nicht mehr gereicht hat.

Daher freut es mich, dass nun mehr und mehr Non Replica Versionen gespielt werden. Diese erlauben erlauben andere Regie, Kostüme, Bühnenbilder und Choreographie und insgesamt neue Einblicke.

Eine der ersten Non-Replica-Shows wurde ab 2003 in Budapest gezeigt und läuft dort seither mit Unterbrechungen (Repertoire Theater…

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Frei und schwerelos – Wicked im Appollo Victoria Theatre London

Liebe Leser,

Willkommen in der Smaragdstadt! Foto: Matt Crocket

Willkommen in der Smaragdstadt!
Foto: Matt Crocket

ich sehe grün! Nur noch grün und das schon seit ein paar Tagen. Ihr habt es sicherlich schon erraten, ich war wieder einmal bei Wicked. Das letzte Mal ist nun etwas mehr als ein Jahr her und das war bevor ich mit dem Bloggen angefangen habe. Damals war Wicked mein erstes Broadway-Stück und hat dementsprechend tiefe Spuren hinterlassen. Dieses Mal sollte es also das West End sein. Eine nicht minder vielversprechende Adresse. Eigentlich hatten meine zauberhafte Reisebegleitung Susann und ich für diesen Urlaub lediglich zwei Theaterbesuche geplant und uns vorgenommen, die restlichen Abende in irgendeinem mehr oder weniger schebbigen Pub zu verbringen. Auf dem Weg von der Underground zurück an die Oberfläche wurde allerdings ziemlich schnell deutlich, dass es viel zu viel zu sehen gibt, um das Angebot nicht zu nutzen.

Defying Gravity im Apollo Victoria Foto: Matt Crocket

Defying Gravity im Apollo Victoria
Foto: Matt Crocket

Schnell also die Koffer im Zimmer verstaut und auf zum nächsten Ticketschalter, um hoffentlich noch ein paar Karten zu bekommen. Wir hatten Glück und ergatterten Plätze im Circle, mit umwerfend guter Sicht. Und dann ging es auch schon los. Wir wurden entführt in das Land von Oz, dem großen Zauberer. Doch Wicked erzählt nicht die Geschichte der kleinen Dorothy mit ihren hübschen roten Schuhen. Nein, bei Wicked geht es darum, wie es überhaupt zu den Ereignissen in der Geschichte „Der Zauberer von Oz“ kommen konnte und was WIRKLICH im Schloss der bösen Hexe des Westens geschah.

Das große Orchester ließ mich in den ersten paar Takten zwar ob der einen oder anderen Disharmonie das Gesicht verziehen, sorgte aber anschließend für ganz großes Hörvergnügen. Es geht doch wirklich nichts über vernünftige Live-Musik.

Savannah Stevenson als Glinda Foto: Matt Crocket

Savannah Stevenson als Glinda
Foto: Matt Crocket

Gleiches galt auch für die Darsteller. Natürlich habe ich mich unglaublich auf Emma Hatton gefreut, die an diesem Abend allerdings nicht singen sollte. An ihrer Stelle übernahm Natalie Andreou den Part der Wicked Witch of the West und sorgte mit ihrer gehaltvollen Stimme mehrfach für Gänsehaut bei mir. Sie konnte sich in gefühlvollen Momenten wie bei „I’m not that Girl“ ebenso gut zurücknehmen und einfühlen, wie sie bei „Defying Gravity“ ihre ganze Stimmgewalt präsentierte. Schade war lediglich, dass sie in meinen Ohren nicht mit Matthew Croke harmonierte, der an diesem Abend einen überzeugenden Fiyero sang. Das lag nicht zuletzt an seinem den Ohren unglaublich schmeichelnden British Accent. Herrlich! „As long as you’re mine“, der eigentlich auf Repeat in meinem Player läuft, war dieses Mal leider aufgrund der angesprochenen stimmlichen Disharmonie trotzdem schöner, als es vorbei war. Ich brauche vermutlich nicht zu erwähnen, dass die unvergleichliche Savannah Stevenson, die einige vielleicht noch aus der Originalcast von Mary Poppins kennen, eine zauberhafte G(a)linda darstellte. Sie sorgte für viele Lacher und gab der ohnehin schon witzig angelegten Rolle hier und da eine ganz persönliche Note.

Kostüme der Designerin Susan Hilferty Foto: Matt Crocket

Kostüme der Designerin Susan Hilferty
Foto: Matt Crocket

Das Bühnenbild von Wayne Cilento war wieder einmal sehr überzeugend. Detailreich ohne zu erschlagen und mit genau der richtigen Portion Fantasie untermalte es die Handlungen passend. Was mir bei Wicked allerdings nach wie vor am besten gefällt, sind die Kostüme von Designerin Susan Hilferty. Ich stehe einfach ungemein auf diese Steampunk-Atmosphäre, mit den bauschigen Röcken und kleinen Zylindern, die sich nicht entscheiden können, ob sie aus längst vergangener Zeit oder der Zukunft kommen wollen.

Wicked am West End ist in jedem Fall einen Besuch wert und eine absolute Empfehlung. Nicht umsonst hat diese Produktion bereits einen Olivier und diverse What’s on Stage Awards (neben den Tonys für das Musical an sich und unzählbaren kleineren Awards).

Viele Grüße,
Auri der Theatergeist

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And the award goes to… – The 15th annual What’s on Stage Awards Concert

Liebe Leser,

awards-1200x630atemberaubend, aufwühlend, spannend und erstaunlicherweise überhaupt nicht tränenreich. Das sind nur einige der Worte, mit denen sich das Konzert zu den 15. jährlichen What’s on Stage Awards beschreiben lässt. Es handelt sich hierbei um einen großen englischen Theaterpreis, der ausschließlich durch das Publikum vergeben wird. Und das meine ich wörtlich. Die Theatergänger der ganzen Welt haben zunächst die Möglichkeit, in verschiedenen Kategorien ihre Favoriten zu benennen. Die fünf am häufigsten genannten Namen pro Kategorie werden anschließend für die Awards nominiert. Nun geht es in die heiße Phase und es kann durch das Publikum abgestimmt werden, wer schlussendlich den Preis erhalten soll.

In meinen Augen ist das ein tolles Konzept. Denn so toll und wunderbar die Menschen auf und hinter der Bühne auch sein mögen. Ohne das Publikum, das Abend für Abend in die Säle strömt und sich die Arbeit der Schauspieler, Regisseure und Co. ansieht, nützt das alles nichts. Das haben auch die Gewinner der vielen schönen Awards erkannt und sich auf viele verschiedene Arten beim Publikum bedankt.

Tom Hiddleston nimmt den Award für das Best Play Revival entgegen. Foto: Peter Gibbons

Tom Hiddleston nimmt den Award für das Best Play Revival entgegen.
Foto: Peter Gibbons

Tom Hiddleston hat es dabei wohl am schönsten ausgedrückt. Nicht als bester Schauspieler, sondern für Coriolanus durfte er den Best Play Revival Award entgegen nehmen. „Shakespeare’s history wasn’t very kind to people, but I feel that WOS voters had been very kind to me.“ Hach, Mr. Hiddleston, gerne doch! In seiner kurzen Rede, die er zusammen mit Josie Rourke, des verdienten Gewinnerstückes, hielt, bedankte er sich darüber hinaus bei Hadley Fraser „for punching me so hard and kissing me so gently“. Ein kollektives „aaaaaaaaw!“ ging durch die Reihen der Zuschauer und Fans. David Tennant, der den Award als Best Actor in a Play für seine Rolle als Richard II erhielt und ihn seinem Kollegen somit vor der Nase weg geschnappt hat, bedankte sich zunächst bei seiner Frau Georgia. Diese habe ihm maßgeblich bei der Pflege seiner für die Rolle notwendigen Extensions geholfen. Anschließend hielt er eine kurze aber flammende Rede für die Kunst und endete mit Worten, die wahrer und wichtiger nicht sein könnten: „money spent on the arts is not a subsidy but an investment.“ Genau so ist es!

Die Moderatoren Mel Giedroyc und Steve Furst. Foto: Dan Wooller

Die Moderatoren Mel Giedroyc und Steve Furst.
Foto: Dan Wooller

Besonderen Charme und Witz bewiesen allerdings auch die beiden wirklich großartigen Moderatoren der WOS Awards. Mel Giedroyc, eine unglaublich witzige Fernsehmoderatorin, deren Wurzeln in der Stand Up Comedy liegen, brillierte mit gutem Timing und frechen Sprüchen. An ihrer Seite glänzte Steve Frust, der kontinuierlich einwarf, demnächst Arbeitslos zu werden, sich ärgerte, dass er für seine Rolle in Made in Dagenham nicht als Best Supporting Actor nominiert wurde und sich dem unvergleichlichen Sir Cameron Mackintosh angepriesen hat wie sauer Bier. Es war wundervoll mit anzusehen. Für den Lacher des Abends sorgte Mel allerdings gleich zu Beginn der Show, als Kwang-Ho Hong sich ausschweifend für seinen Award als Best Supporting Actor bedankte. Teil seiner Rede, war es, dass er hoffe im März wieder am West End zu sein. Mel Giedroyc beugte sich leicht vor und rief ihm zu, dass wir vermutlich alle im März noch hier sein werden, wenn er nicht langsam mal zum Punkt käme. Das Publikum honorierte diesen Spruch mit tosendem Gelächter und Beifall. Sein Award ist nur einer der insgesamt 9 WOS Awards, die Miss Saigon abgeräumt hat. Damit haben sie den bisherigen Rekordhalter Hairspray auf den zweiten Platz verwiesen.

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Beverly Knight performing „Coloured Woman“ Foto: Peter Gibbons

Neben den Preisen und Dankesreden, die lediglich im Fall von Eva Noblezada, die den Award als Best Actress in a Musical erhielt, tränenreich ausfielen, gab es ein wunderbar buntes Rahmenprogramm. Mein persönliches Highlight war Berverly Knight’s stimmgewaltige Performance von  „Colored Woman“ aus Memphis the Musical. Gänsehaut pur, kann ich euch nur sagen! Toll war auch der Auftritt Lauren Samuels‘, deren Dienstmädchenkleidung sich während des Songs „Impossible“ aus Cinderella in ein rauschend prächtiges Ballkleid verwandelte. Besonders schaurig-schön war auch die kurze Performance aus Sweeney Todd, herrlich gesungen und in schlichter, schwarzer Kleidung präsentiert. Ganz nach meinem Geschmack das ganze. Weniger gut gefallen hat mir der Ausschnitt aus In the Hights, „Carnaval de Barrio“. Das ganze Stück ist nicht wirklich etwas für mich und in meinen Augen war der Auftritt ungeordnet und stimmlich nicht so überzeugend wie anderes, was an diesem Abend gezeigt wurde. Aber das ist ja Gott sei Dank alles Geschmackssache. Immerhin haben auch viele der Zuschauer halb auf ihren Stühlen gestanden, als Sophie-Louise Dann das Stück „In an ideal World“ aus Made in Dagenham sang, das mich nicht einmal bei 30° im Schatten hinter dem Ofen hervor geholt hätte.

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Auri der Theatergeist und Hadley Fraser.

Tatsächlich war es dennoch viel zu schnell vorbei und die Awards viel zu schnell verliehen. Die 15th Annual What’s on Stage Awards waren wieder einmal ganz großes Theater, bei denen sich West End Stars und Sternchen die Klinke in die Hand gaben. Unter anderem auch the one and only Hadley Fraser, der für den Best Supporting Actor in a Play nominiert war (ging dann allerdings an Mark Gatiss, der ihn sich irgendwie natürlich auch verdient hat). Ich weiß nicht, ob ich das irgendwo schon einmal erwähnt habe, aber ich vergöttere diesen talentierten Sänger einfach! Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie schwer es mir gefallen ist, cool zu bleiben, als das Foto mit ihm entstand.

Damit schließe ich dann auch den Bericht über die WOS Awards und freue mich jetzt schon auf nächstes Jahr! Zum Abschluss lasse ich euch allerdings noch schnell zwei Links da:

1. Übersicht der diesjährigen WOS Awards Gewinner
2. Fotos, Fotos, Fotos des WOS Awards Konzerts

Viele Grüße,
Auri der Theatergeist

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