Shakespeare in Jazz – Caroll Vanwelden

„Betwixt mine eye and heart a league is took,
And each doth good turns now unto the other:
When that mine exe is famish’d for a look,
Or heart in love with sighs himself doth smother,
With my love’s picture then my eye doth feast,
And to the painted banquet bids my heart;
Another time mine eye is my heart’s guest,
And in his thoughts of love doth share a part:
So, either by thy picture or my love,
Thy self away art present still with me;
For thou no farther than my thoughts canst move,
And I am still with them, and they with thee;
Or, if they sleep, thy picture in my sight
Awakes my heart, to heart’s and eye’s delight.“

 

Liebe Leser,

mit diesem Sonett – Nummer 47 – begann für mich vor einigen Wochen ein wunderbarer Abend. Die Belgische Jazz-Musikerin Caroll Vanwelden war im Zuge des Neusser Shakespeare Festivals in das Globe Theater gekommen, um ihr neues Album Caroll Vanwelden sings Shakespeare Sonnets II vorzustellen. Es wird zwar erst in den kommenden Wochen veröffentlicht, war aber schon direkt nach der Uraufführung im Shakespeare Shop des Globe erhältlich. Wer besonders großen Gefallen an den Songs und deren Sängerin gefunden hatte, konnte sich sein frisch erworbenes Schätzchen sogar von der Künstlerin signieren lassen.

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Shakespeare Festival Neuss – Richard III

Liebe Leser,

es ist nun schon eine ganze Weile her, dass ich dieses Stück gesehen habe. Dass ich es jetzt erst besprechen und niederschreiben möchte, ist gut für das Stück. Denn ich muss ehrlich sagen, dass ich zunächst alles andere als Begeistert von der Inszenierung der Bremer Shakespeare Company. Es war zu schrill, zu durcheinander zu… Hm. Im Nachhinein habe ich vieles gefunden, das mir doch gefallen hat. Aber beginnen wir von Vorne.

Richard III - Michael Meyer Foto: Marianne Menke
Richard III – Michael Meyer
Foto: Marianne Menke

Richards Monolog, der die Einleitung des Stückes bildet, eigentlich direkt dessen Charakter offen legt und mir normalerweise regelmäßig eine Gänsehaut über den Rücken laufen lässt, wurde in dieser Inszenierung als Gesamtwerk des Ensemble vorgetragen. Das hat mich während der Aufführung bereits gestört und leider hat diese Empfindung sich auch bis heute nicht verändert. Die klare Kälte, die Shakespeare in diese Worte gelegt hat, wurde durch Wiederholungen, Überschneidungen und eine unruhige Choreografie ihres Zaubers beraubt. Da half auch die große darstellerische Leistung Michael Meyers als Richard III nichts.

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