Romeo und Julia im Schauspielhaus Bochum

Am 23.04.17 waren Auri und ich gemeinsam im Schauspielhaus in Bochum um uns die derzeitige Aufführung der deutschen Fassung von William Shakespeares Romeo und Julia anzusehen.

Die Geschichte ist ja allgemein bekannt, denke ich. Es ist auch nicht die erste Inszenierung, die ich von diesem Stück in Bochum gesehen habe, aber die andere ist jetzt bestimmt schon mindestens 8 Jahre her. Damals war ich sehr beeindruckt und es ist auch mit die beste Inszenierung gewesen, die ich jemals gesehen habe. Umso gespannter war ich, ob die derzeitige Version annähernd an dieses wahre Meisterwerk von damals herankommt.

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digitaltheatre.com – Die online Videothek für Theater, Oper und Tanz

Liebe Leser,

vor letzte Woche habe ich euch über die Live Screenings des National Theatres in London berichtet und sehr viel positive Rückmeldung erhalten. Es freut mich zu lesen, dass ihr diese Art des Theaters ebenso sehr schätzt wie ich. Leider haben mir auch einige von euch erzählt, sie es gäbe keine Kinos in ihrer Nähe, die diese Vorführungen im Programm haben. Damit ihr dennoch in den Genuss von großartigen, englischsprachigen Produktionen kommen könnt, habe ich heute einen kleinen Geheimtipp für euch.

Digital Theatre ist eine sogenannte „On Demand“ Plattform für künstlerische Inhalte. Jedenfalls beschreiben sie sich selbst so. In zusammenarbeit mit verschiedenen großen Produktionen sowie der Actors Guild und der British Library als Partnern, werden ausgewählte Produktionen aufwändig aus verschiedenen Perspektiven gefilmt und für den Kinoabend vor dem heimischen Fernseher aufbereitet.

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The Taming of the Shrew – Ein Gastspiel der American Drama Group am Schauspielhaus Bochum

Liebe Leser,

The Taming of the shrew 2Shakespeare hat ein umfassendes und sehr beeindruckendes Werk geschaffen. Darunter die allseits bekannten Klassiker wie Romeo und Julia oder Hamlet, von denen vermutlich jeder schon einmal etwas gehört hat. Allerdings waren es nicht nur Dramen, Romanzen und Tragödien, die uns der mysteriöse Brite hinterlassen hat. Nein, es gibt auch eine Reihe von Komödien, mit denen er sein Publikum zu erheitern suchte. Allerdings habe ich das Gefühl, das jene Stücke es selten bis gar nicht in den Englischunterricht schaffen. Umso erstaunter war ich, als der Saal des Bochumer Schauspielhauses am vergangenen Donnerstag durch Oberstufenschüler gut besucht war. Noch erstaunter war ich, als während der Pause einer dieser Schüler hinter mir sagen „Wenn ich auch nur ein Wort verstanden hätte.“ Au waia. Aber dazu später mehr.

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Medea im Schauspielhaus Düsseldorf

Liebe Leser,

Medea
Foto: Sebastian Hoppe

im letzten Jahr war ich aus beruflichen Gründen leider nicht in der Lage, oft ins Theater zu gehen. Und wenn, dann fehlte mir im Anschluss die Zeit auch darüber zu berichten. Das soll sich dieses Jahr wieder ändern. Zwar ist bereits März, aber ich fange lieber spät damit an, als gar nicht. Zu meinem Glück habe ich Freunde, die beim Thema Theater immer an mich denke. So auch vergangene Woche, als der Regisseur Roger Vontobel zur 2. Hauptprobe seiner am 17. März Premiere feiernden Medea geladen hatte. Es sollte unter anderem der Einlass (bzw. das, was währenddessen auf der Bühne passieren sollte), geprobt werden. Dazu waren natürlich möglichst viele Zuschauer notwendig. Über eine Freundin, deren „Schwiegertochter“ gerade ein Praktikum am Schauspielhaus absolviert, erreichte mich diese Einladung. Mehr als gerne kam ich ihr nach.

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Behind the Scenes at the Royal National Theatre London

Liebe Leser,

meine Affinität zu Britischem Theater kennt bekanntlich nur wenig (ich möchte sagen gar keine) Grenzen. Das ganze geht so weit, dass ich bei meinem letzten Besuch in London – ihr erinnert euch, sechs Nächte, fünf Shows – einen kleinen Traum in Erfüllung gehen lies und hinter die Kulissen des National Theatre blickte. Die Führungen finden täglich statt und sind für jedermann zugänglich. Mit £9 pro Ticket ist es ein wundervoll erschwinglicher Spaß.

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And the award goes to… – The 15th annual What’s on Stage Awards Concert

Liebe Leser,

awards-1200x630atemberaubend, aufwühlend, spannend und erstaunlicherweise überhaupt nicht tränenreich. Das sind nur einige der Worte, mit denen sich das Konzert zu den 15. jährlichen What’s on Stage Awards beschreiben lässt. Es handelt sich hierbei um einen großen englischen Theaterpreis, der ausschließlich durch das Publikum vergeben wird. Und das meine ich wörtlich. Die Theatergänger der ganzen Welt haben zunächst die Möglichkeit, in verschiedenen Kategorien ihre Favoriten zu benennen. Die fünf am häufigsten genannten Namen pro Kategorie werden anschließend für die Awards nominiert. Nun geht es in die heiße Phase und es kann durch das Publikum abgestimmt werden, wer schlussendlich den Preis erhalten soll.

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Wer begehrt Einlass? – Ein armer Sünder…

Liebe Leser,

Rudolf Ensemble Foto: Martha Kitzbichler
Rudolf Ensemble
Foto: Martha Kitzbichler

voller Tatendrang begannen wir im August diesen Jahres die ersten Lesungen zum neuen Stück des Dead Parrot Theatre. Nach der Schauerkomödie „Irrlichter“ der letzten Saison hat sich das Ensemble um Autor und Regisseur John Schöllgen dieses Mal an ein ernsteres Thema gewagt – natürlich nicht ganz ohne Augenzwinkern. In „Rudolf – Im Schatten des schwarzen Vogels“ wird die Geschichte des Österreich-Ungarischen Thronfolgers aufgegriffen und erzählt. 2014 jährt sich die Tragödie von Mayerling nämlich zum 125. Mal. Ein Anlass, den tragischen Doppel-Selbstmord Rudolf und Marys genauer zu beleuchten.

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Trafalgar Transformed: Richard III

Dear Reader,

Martin Freeman Photo: Marc Brenner
Martin Freeman
Photo: Marc Brenner

yes, this is going to be an English review, as I saw this theatrical master piece in London. It just feels right, to review it in it’s original language. As you read last week, I have seen a German production of William Shakespeare’s Richard III a few weeks ago. I love this play and don’t get tired of watching it. Unfortunately the German production wasn’t as good as expected. In fact I was truly disappointed. The Trafalgar Studios, however, just nailed it! I was a huge fan of the first Trafalgar Transformed season, starting in 2013. Even though I was not able to attend a show, I could not help but admire the many events around the new concept. The Trafalgar Studios had fiery debates, post-show Q&As, masterclasses and rehearsed readings, attended by British theater heavy weights such as Andrew Scott and Antonia Fraser. I would have killed to be there. In March 2014 the second season of Trafalgar Transformed was announced. Sherlock-Star and my favorite Hobit Martin Freeman was to play the incredible Richard III in Shakespeares play of the same name. I needed to be there. Lucky for me, I had signed up for a mailing list to get the latest news about the new season. As it turned out later, by doing so I got priority booking. Hell yeah! We got perfect seats on the stage. Jap, you’ve heard right: ON THE STAGE! With Martin Freeman only half a meter away and a bunch of insanely good actors surrounding him, I was probably the happiest theater-girl ever.

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Shakespeare Festival Neuss – Richard III

Liebe Leser,

es ist nun schon eine ganze Weile her, dass ich dieses Stück gesehen habe. Dass ich es jetzt erst besprechen und niederschreiben möchte, ist gut für das Stück. Denn ich muss ehrlich sagen, dass ich zunächst alles andere als Begeistert von der Inszenierung der Bremer Shakespeare Company. Es war zu schrill, zu durcheinander zu… Hm. Im Nachhinein habe ich vieles gefunden, das mir doch gefallen hat. Aber beginnen wir von Vorne.

Richard III - Michael Meyer Foto: Marianne Menke
Richard III – Michael Meyer
Foto: Marianne Menke

Richards Monolog, der die Einleitung des Stückes bildet, eigentlich direkt dessen Charakter offen legt und mir normalerweise regelmäßig eine Gänsehaut über den Rücken laufen lässt, wurde in dieser Inszenierung als Gesamtwerk des Ensemble vorgetragen. Das hat mich während der Aufführung bereits gestört und leider hat diese Empfindung sich auch bis heute nicht verändert. Die klare Kälte, die Shakespeare in diese Worte gelegt hat, wurde durch Wiederholungen, Überschneidungen und eine unruhige Choreografie ihres Zaubers beraubt. Da half auch die große darstellerische Leistung Michael Meyers als Richard III nichts.

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Korruption, dein Freund und Helfer

Liebe Leser,

The Company (Ensemble) Photo: Johan Presson
The Company (Ensemble)
Photo: Johan Presson

am Donnerstag hat das National Theatre wieder zu einer Übertragung in die Deutschen Kinos geladen. Anders als sonst, habe ich diesmal die Möglichkeit in Berlin wahrgenommen. Im Sonycenter kommt man sich ja immer ein bisschen besonders vor. Immerhin finden hier die meisten Deutschlandpremieren großer Filme statt. Der rote Teppich ist quasi dauerhaft ausgerollt und dem Teenie-Andrang auf dem Potsdamer Platz nach zu urteilen, scheine ich etwas großes nur um Minuten verpasst zu haben. Berlin ist voller Glitzer und Glamour, das Stück über das ich euch heute berichten möchte
könnte gegensätzlicher nicht sein.

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