Wer begehrt Einlass? – Ein armer Sünder…

Liebe Leser,

Rudolf Ensemble Foto: Martha Kitzbichler
Rudolf Ensemble
Foto: Martha Kitzbichler

voller Tatendrang begannen wir im August diesen Jahres die ersten Lesungen zum neuen Stück des Dead Parrot Theatre. Nach der Schauerkomödie „Irrlichter“ der letzten Saison hat sich das Ensemble um Autor und Regisseur John Schöllgen dieses Mal an ein ernsteres Thema gewagt – natürlich nicht ganz ohne Augenzwinkern. In „Rudolf – Im Schatten des schwarzen Vogels“ wird die Geschichte des Österreich-Ungarischen Thronfolgers aufgegriffen und erzählt. 2014 jährt sich die Tragödie von Mayerling nämlich zum 125. Mal. Ein Anlass, den tragischen Doppel-Selbstmord Rudolf und Marys genauer zu beleuchten.

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Trafalgar Transformed: Richard III

Dear Reader,

Martin Freeman Photo: Marc Brenner
Martin Freeman
Photo: Marc Brenner

yes, this is going to be an English review, as I saw this theatrical master piece in London. It just feels right, to review it in it’s original language. As you read last week, I have seen a German production of William Shakespeare’s Richard III a few weeks ago. I love this play and don’t get tired of watching it. Unfortunately the German production wasn’t as good as expected. In fact I was truly disappointed. The Trafalgar Studios, however, just nailed it! I was a huge fan of the first Trafalgar Transformed season, starting in 2013. Even though I was not able to attend a show, I could not help but admire the many events around the new concept. The Trafalgar Studios had fiery debates, post-show Q&As, masterclasses and rehearsed readings, attended by British theater heavy weights such as Andrew Scott and Antonia Fraser. I would have killed to be there. In March 2014 the second season of Trafalgar Transformed was announced. Sherlock-Star and my favorite Hobit Martin Freeman was to play the incredible Richard III in Shakespeares play of the same name. I needed to be there. Lucky for me, I had signed up for a mailing list to get the latest news about the new season. As it turned out later, by doing so I got priority booking. Hell yeah! We got perfect seats on the stage. Jap, you’ve heard right: ON THE STAGE! With Martin Freeman only half a meter away and a bunch of insanely good actors surrounding him, I was probably the happiest theater-girl ever.

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Shakespeare in Jazz – Caroll Vanwelden

„Betwixt mine eye and heart a league is took,
And each doth good turns now unto the other:
When that mine exe is famish’d for a look,
Or heart in love with sighs himself doth smother,
With my love’s picture then my eye doth feast,
And to the painted banquet bids my heart;
Another time mine eye is my heart’s guest,
And in his thoughts of love doth share a part:
So, either by thy picture or my love,
Thy self away art present still with me;
For thou no farther than my thoughts canst move,
And I am still with them, and they with thee;
Or, if they sleep, thy picture in my sight
Awakes my heart, to heart’s and eye’s delight.“

 

Liebe Leser,

mit diesem Sonett – Nummer 47 – begann für mich vor einigen Wochen ein wunderbarer Abend. Die Belgische Jazz-Musikerin Caroll Vanwelden war im Zuge des Neusser Shakespeare Festivals in das Globe Theater gekommen, um ihr neues Album Caroll Vanwelden sings Shakespeare Sonnets II vorzustellen. Es wird zwar erst in den kommenden Wochen veröffentlicht, war aber schon direkt nach der Uraufführung im Shakespeare Shop des Globe erhältlich. Wer besonders großen Gefallen an den Songs und deren Sängerin gefunden hatte, konnte sich sein frisch erworbenes Schätzchen sogar von der Künstlerin signieren lassen.

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Shakespeare Festival Neuss – Richard III

Liebe Leser,

es ist nun schon eine ganze Weile her, dass ich dieses Stück gesehen habe. Dass ich es jetzt erst besprechen und niederschreiben möchte, ist gut für das Stück. Denn ich muss ehrlich sagen, dass ich zunächst alles andere als Begeistert von der Inszenierung der Bremer Shakespeare Company. Es war zu schrill, zu durcheinander zu… Hm. Im Nachhinein habe ich vieles gefunden, das mir doch gefallen hat. Aber beginnen wir von Vorne.

Richard III - Michael Meyer Foto: Marianne Menke
Richard III – Michael Meyer
Foto: Marianne Menke

Richards Monolog, der die Einleitung des Stückes bildet, eigentlich direkt dessen Charakter offen legt und mir normalerweise regelmäßig eine Gänsehaut über den Rücken laufen lässt, wurde in dieser Inszenierung als Gesamtwerk des Ensemble vorgetragen. Das hat mich während der Aufführung bereits gestört und leider hat diese Empfindung sich auch bis heute nicht verändert. Die klare Kälte, die Shakespeare in diese Worte gelegt hat, wurde durch Wiederholungen, Überschneidungen und eine unruhige Choreografie ihres Zaubers beraubt. Da half auch die große darstellerische Leistung Michael Meyers als Richard III nichts.

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Korruption, dein Freund und Helfer

Liebe Leser,

The Company (Ensemble) Photo: Johan Presson
The Company (Ensemble)
Photo: Johan Presson

am Donnerstag hat das National Theatre wieder zu einer Übertragung in die Deutschen Kinos geladen. Anders als sonst, habe ich diesmal die Möglichkeit in Berlin wahrgenommen. Im Sonycenter kommt man sich ja immer ein bisschen besonders vor. Immerhin finden hier die meisten Deutschlandpremieren großer Filme statt. Der rote Teppich ist quasi dauerhaft ausgerollt und dem Teenie-Andrang auf dem Potsdamer Platz nach zu urteilen, scheine ich etwas großes nur um Minuten verpasst zu haben. Berlin ist voller Glitzer und Glamour, das Stück über das ich euch heute berichten möchte
könnte gegensätzlicher nicht sein.

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Romeo und Julia, auch wenn der Tod sie scheidet.

Liebe Leser,

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Ensemble des Dead Parrot Theatre 
Foto: Kaisa

lange haben wir geprobt und viel Zeit und Liebe in das Stück gesteckt. Gestern kam es dann zur lange erwartete Wiederaufführung der Irrlichter. Wir hatten zwar harte Konkurrenz durch das Fußballspiel der Deutschen Nationalmannschaft, aber das Publikum war dennoch zahlreich. Natürlich wird das hier kein Review im klassischen Sinne, denn auch wenn es einige kleine Kritikpunkte geben würde, bin ich im Hinblick auf dieses Stück natürlich parteiisch. Darum beschränke ich mich darauf zu beschreiben. Oh und wenn ihr wollt, begleitet uns doch bei Facebook oder Twitter. Aber zurück zum Wesentlichen.

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Außerdem sind Hunde treu und sie lügen nicht, weil sie nicht reden können…

Liebe Leser,

erinnert ihr euch noch daran, wie begeistert ich von Coriolanus war? Ich glaube ich sagte, dass ich nie etwas besseres gesehen habe und das Tom Hiddleston eine Leistung zeigte, die ihresgleichen nie finden wird. Äh ja, ich sollte aufhören in den Rahmen von Deutschen Theatern zu denken. Denn das Stück, das ich letzte Woche sehen durfte ist zwar thematisch und vom Bühnenbild in keinster Weise mit Josie Rourke’s Shakespeare Adaption zu vergleichen, übertraf aber in jeglicher Form meine Erwartungen. The Curious Incident of the Dog in the Night-Time ist ein wahres Feuerwerk an schauspielerischer Leistung, interessanter Geschichte, großartiger Choreografie und einem ausgefallenen Bühnenbild. Hier der absolut gelungene Trailer:

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Lukas und… das Ungeheuerliche!

Liebe Leser, ich sage es ja nur ungern und wenn ihr meine bisherigen Rezensionen gelesen habt, wisst ihr dass ich mit solchen Äußerungen eher zurückhaltend bin. Aber was ich letzten Donnerstag gesehen habe war… Ungeheuerlich. Lukas und das Untier, so der vielversprechende Name des Stücks. Ich glaube ich habe noch nie in meinem Leben eine größere Diskrepanz zwischen Inhaltsangabe und eigentlichem Stück erleben müssen. Kennt … Lukas und… das Ungeheuerliche! weiterlesen

Zum Raube lächeln, heißt den Dieb bestehlen – Otello

Liebe Leser, diese Woche stand etwas ganz besonderes auf dem Programm. José Cura, weltbekannter und gefeierter Tenor, gab sich in Köln die Ehre und sang Verdis Otello (ja, diese Version schreibt sich tatsächlich ohne das H). Die Inszenierung setzt hierbei an der Stelle an, an der der rachsüchtige Jago eine Intrige gegen Otello und dessen getreuen Freund Cassio spinnt, weil ersterer letzteren zum Hauptmann seiner … Zum Raube lächeln, heißt den Dieb bestehlen – Otello weiterlesen

König Lear – Nimm deine Wahrheit denn zur Mitgift

Liebe Leser, ja ich bin ein bekennender Shakespeare-Fan. Das ist sicherlich bei der Rezension der Coriolanus Produktion des Donmar Warehouses schon deutlich geworden. Gestern durfte ich Zeuge einer weiteren Liveübertragung aus London werden. Gegeben wurde, wie der Titel vielleicht schon verraten hat „King Lear“ und zwar im National Theatre. Die Regie übernahm Sam Mendes, der unter anderem Filme wie American Beauty und Skyfall  inszenierte. Ihr … König Lear – Nimm deine Wahrheit denn zur Mitgift weiterlesen