Florence and the Machine in der Lanxess Arena Köln

Liebe Leser,

ich gehe wirklich selten auf Konzerte. Manchmal ist es ein Konzert im Jahr, manchmal kein einziges. Irgendwie sehe ich es selten ein, so viel Geld in die Hand zu nehmen, um einfach nur in der X-ten Reihe zwischen nach Bier und Schweiß riechenden (okay, stinkenden) Menschen zu stehen und Musik zu hören, die ich auch ganz in Ruhe zu Hause genießen könnte. Klingt verrückt, wenn man bedenkt, dass ich ohne mit der Wimper zu zucken £ 90 plus Flugticket und Hotel ausgebe, um ein Theaterstück am Westend zu sehen… Aber das ist irgendwie etwas anderes. Schwer zu beschreiben. Aber darum geht es heute gar nicht.

florence_the_machine_tourTatsächlich waren Rika und ich nämlich mal wieder auf einem Konzert. After Work Party mal anders, sozusagen. Es muss ja nicht immer die fancy Bar sein, in der man sich zum Ausklang eines Abends trifft. Über ein halbes Jahr habe ich mich auf diesen Abend gefreut, den ich gemeinsam mit meiner besten Freundin verbracht habe. Florence and the Machine begleiten mich musikalisch schon eine ganze Weile und ich hatte unter anderem das Glück, sie 2016 auf dem Lollapalooza in São Paulo sehen zu können. Die Erwartungen an den Abend waren also hoch.

Und wurden promt von der grauenhaften Support Band The Young Fathers enttäuscht. Ich habe wirklich selten so grauenhafte Musik gehört. Wenig Rhythmus, dafür viele Geräusche und ein Drummer, der in irgendwelchen Sphären schwebte. Die beiden Sänger hatten an sich noch nicht einmal schlechte Stimmen. Vielmehr war es die Komposition und das gelegentliche Schreien, das die Performance unharmonisch und anstrengend gemacht haben. Und es waren nicht nur meine Ohren, die bluteten. In meiner näheren Umgebung herrschte einheitliches Kopfschütteln und fragende Blicke wurden in die Runde geworfen. Vereinzelt wurde auch noch „Ist das ihr Ernst?“ gefragt. Das Mädel hinter mir erzählte irgendwann ihrem Freund, Instagram würde steil gehen „weil die alle so kacke finden“. Geschlagene 45 Minuten haben die Jungs gespielt, was in meinen Augen auch für einen guten Support schon reichlich viel ist.

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Foto: Lillie Eiger

Nach einer guten halben Stunde Umbau war es dann aber endlich soweit und Florence kam um 21:15 Uhr auf die minimalistische, aber schön gestaltete Bühne. Ihr werdet mir sicher Recht geben, wenn ich sage, dass sie auch gar keine große Show braucht. Florence ist einfach selbst ein ganz großes Kunstwerk. Ich bewundere ihre Art, in einer Sekunde beinahe ätherisch und in der nächsten ein energetisches Feuerwerk zu sein. Mit ihrer unverkennbaren Stimme zog sie das Publikum der (beinahe) ausverkauften Lanxess Arena binnen weniger Akkorde in ihren Bann. Auch wenn ich das neue Album „High as Hope“ nicht ganz so packend finde, wie ihre bisherigen Werke, bewundere ich, dass sie diese neuen Wege so souverän beschreitet und ihre Musik in eine Richtung entwickelt hat, die ihr gefällt. Oftmals fallen Musiker viel zu sehr dem Main Stream anheim und produzieren, was die Masse eben hören möchte.

Das heißt aber nicht, dass die viel geliebten Klassiker im Repertoire gefehlt haben. Tatsächlich beinhaltete die Setlist des gestrigen Abends eine ausgewogene Mischung der neuen und alten Songs und spiegelte somit ihre mittlerweile über 10-jährigen Werke ganz wunderbar wieder. Auch wenn eines meiner absoluten Lieblingslieder, nämlich Spectrum, gestern gefehlt hat, wurde ich mit Cosmic Love, Between two Lungs und natürlich Shake it Out mehr als entschädigt. Die komplette Setlist habe ich natürlich auch direkt für euch:

  1. June

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    Foto: Lillie Eiger
  2. Hunger
  3. Between Two Lungs
  4. Only If for a Night
  5. Queen of Peace
  6. South London Forever
  7. Patricia
  8. Dog Days Are Over
  9. 100 Years
  10. Ship to Wreck
  11. Sky Full of Song
  12. Cosmic Love
  13. Delilah
  14. What Kind of Man
  15. Moderation
  16. Big God
  17. Shake It Out

Für mich war es auf jeden Fall ein absolut gelungener Abend und ich freue mich, dass ich endlich mal wieder auf ein Konzert gegangen bin.

Wer ist eure Lieblingsband und wann habt ihr sie das letzte Mal live gesehen?

Bis zum nächsten Mal,
Auri der Theatergeist

P.S.: Das wunderschöne Titelbild dieses Beitrages ist übrigens vom talentiertem Vincent Haycock kreiert worden.

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