Lazarus – ein Musical von David Bowie und Enda Walsh im Schauspielhaus Düsseldorf

Hallo liebe Leserinnen und Leser,

nach so langer Zeit gibt es doch tatsächlich mal wieder einen Blogbeitrag. Das erste Mal in diesem Jahr waren Anne und ich wieder gemeinsam im Theater, diesmal im Schauspielhaus in Düsseldorf. Für mich war es das erste Mal in diesem Haus, und ich war wirklich gespannt, da Anne bisher von keiner einzigen Inszenierung dort wirklich begeistert war. Aber ich hatte mir vorgenommen, völlig unvoreingenommen an dieses Stück bzw. dieses Musical heranzugehen. Anne und ich habe eine öffentliche Probe am 01.02. besucht, gestern (03.02.18) hatte das Musical seine Premiere.

Die Regie hat bei Lazarus Matthias Hartmann, den ich noch aus seiner Zeit als Indendant am Bochumer Schauspielhaus kenne. Damals war ich allerdings noch ein Teenager, aber ich erinnere mich an viele großartige Stücke. Nun zurück zum eigentlichen Thema, seiner Inszenierung des David-Bowie-Musicals.

Ich würde mich nicht als den größten David Bowie Kenner bezeichnen, jedoch bin ich mit seiner Musik vertraut und auch ein großer Fan seiner schauspielerischen Leistung in dem Film „Die Reise ins Labyrinth“. Nun, David Bowie hat hier selbstverständlich nicht mitgespielt, dafür aber Hans Petter Melø Dahl, ein gebürtiger Norweger.

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Als wir das Schauspielhaus betraten, bemerkten wir sofort das unglaublich beeindruckende Bühnenbild. Eine Art Ufo aus Metall mit verschiedenen Auf- und Abgängen sowie riesige Videoinstallationen verleihen der Bühne einen außerirdischen Touch. Während der Aufführung wird die ganze Zeit mit Videos gearbeitet, die Live aufgenommen werden. Ein Kameramann (Stephan Komitsch) ist die ganze Zeit auf der Bühne und das Publikum sieht so Szenen aus anderen Perspektiven.

Uns wurde vor der Aufführung von Matthias Hartmann mitgeteilt, dass Hans Petter Melø Dahl, der Newton spielt und Lieke Hoppe, die das „Girl“ spielt an Bronchitis leiden würden. Bei  Hans Petter Melø Dahl hat man es an einigen Stellen gehört, bei Lieke Hoppe hingegen gar nicht. Gesanglich waren beide spitze, auch wenn ich am begeistertsten von André Kaczmarczyk war, der den Valentine spielt.

Die Handlung kann ich gar nicht richtig erklären. Es geht um Newton, einen Außerirdischen, der auf der Erde gelandet war, um Wasser zu finden und dann zurückgelassen wurde. Er konnte nicht heimkehren und verliebte sich in Mary Lou, doch die Beziehung scheiterte. Jetzt lebt er auf der Erde und ist sehr reich. Er hat das Hausmädchen Elly (Rosa Enskat), welches ihn begehrt und einige Freunde, von denen einige sterben.

Ich hatte  gelesen, dass die Handlung auf dem Film „Der Mann, der vom Himmel fiel“ beruht. Diesen Film habe ich leider nicht gesehen. Vielleicht wäre mir  dann einiges klarer gewesen. So habe ich versucht, einen roten Faden zu finden und mir zusammenzureimen, was genau dort passiert. Jede Szene hat für sich Sinn gemacht, aber das große Ganze blieb mir leider verschlossen. Offenbar wird Newton von seiner Vergangenheit heimgesucht und trinkt eine Menge Gin, um diese zu verdrängen.

Kommentiert wird die Lage von drei Teenage Girls (Inga KrischkeEva LöserFlorentine Kühne), die absolut großartig singen und auf Highheels tanzen können. Wo genau sie her kommen, wer weiß das schon. Ein Konstrukt Newtons Fantasie ist auch das „Girl“, das ihm verspricht, ihm zu helfen. Lieke Hoppe spielt diese Rolle hervorragend, sowohl schauspielerisch als auch gesanglich.

Welche Funktion Zach (Christian Erdmann), Maemi (Marie Jensen) und Ben (Stefan Gorski) haben, erschloss sich mir leider nicht. Außer, dass Stefan Gorski wirklich beeindruckend in Slow-Motion eine Treppe runter gefallen ist!

Was wirklich toll war, war das Orchester. Die großen Hits von David Bowie, wie zum Beispiel „This is not America“, „Absolute Beginners“ und „Heroes“ fanden spannende Neuinterpretationen. Auch wenn mich „Heroes“ nicht völlig überzeugt hat, der Rest war erstklassig. Charmant fand ich, dass die Solisten (Gitarre und Saxophon) aufstanden, sodass das Publikum sie sehen konnte.

Mein Fazit ist also: Wer Lust auf ein tolles Bühnenbild und Kostüme sowie gute Musik à la David Bowie hat, aber nicht so viel Wert auf die Handlung legt, ist hier gut aufgehoben.

 

Bis bald,

eure Rika

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